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02. August 2008
BMW schockt Anleger mit Milliarden-Gewinnwarnung


München - Nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal hat BMW seine Prognose für 2008 massiv gesenkt und ist daraufhin an der Börse abgestürzt. Der Autobauer rechnet jetzt nur noch einer Umsatzrendite vor Steuern von mindestens 4 Prozent, wie er am Freitag in München mitteilte. Experten errechneten daraus eine Reduzierung der Prognose um 1,5 Milliarden Euro. Statt mindestens 3,8 Milliarden Euro Vorsteuergewinn wären es nur noch 2,3 Milliarden Euro. Die BMW-Aktie verlor nach dieser Mitteilung zeitweise über 10 Prozent.

Für das kommende Jahr gab BMW gar keine Prognose ab. Dies sei angesichts der Unsicherheiten nicht sinnvoll. Im zweiten Quartal sackte der Vorsteuergewinn des Unternehmens um 44 Prozent auf 602 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab. Der Nettogewinn ging um 32,7 Prozent auf 507 Millionen Euro zurück. Der Umsatz sank um 0,9 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro.

Im ersten Halbjahr ergibt sich damit ein Umsatzplus von 4,5 Prozent, der Vorsteuergewinn ging in diesem Zeitraum um 35,2 Prozent zurück. Der Überschuss nach Steuern sank um 25,8 Prozent auf 994 Millionen Euro.

BMW-Chef Norbert Reithofer machte unter anderem das globale Umfeld mit schwächelnder Konjunktur, ungünstigen Währungskursen, der Finanzmarktkrise und explodierende Rohstoffpreise für die schlechteren Zahlen verantwortlich. Besonders belastend sei auch der ungünstige Gebrauchtwagenmarkt in den USA. Er erhole sich langsamer als erwartet.

Probleme kommen vom US-Gebrauchtwagenmarkt

Dies bereitet BMW Probleme, da der Konzern für rücklaufende Leasingfahrzeuge so weniger Geld erlösen kann. Eine ähnliche Problematik am Gebrauchtwagenmarkt könne auch in Europa aufkommen, erklärte Finanzvorstand Michael Ganal. In Italien, Spanien und zuletzt auch in Deutschland beginne der Druck auf die Gebrauchtwagenmärkte zu steigen. BMW erhöhte die Risikovorsorge deswegen um 459 Millionen Euro. Sollte sich der Gebrauchtwagenmarkt nicht erholen, müsse sie möglicherweise erneut angehoben werden, sagte Ganal.

Als eine der Reaktionen auf die schlechten Zahlen will BMW sein Geschäft im wichtigen US-Markt neu ausrichten. Jetzt sei dort nicht die Zeit für reines Volumenwachstum, sagte Reithofer. Stattdessen würden Fahrzeugkontingente in andere, rentablere Märkte umgeleitet und die Preise erhöht. Der Verkauf in den USA werde gegenüber den Planungen um rund 40.000 Fahrzeuge zurückgeschraubt. Welches Verkaufs-Volumen das konkret bedeutet, sagte er nicht.

Konsequenter Premium - auch beim Preis

Teilweise würden auch Fahrzeuge nicht produziert werden, sagte Reithofer. Es ergebe überhaupt keinen Sinn, Autos in den US-Markt zu pumpen, ohne damit Gewinn zu machen. Hier müsse BMW wieder konsequenter auf Premium achten - auch beim Preis. Dieser solle in den kommenden zwei Jahren in den USA erhöht werden.

Über die bereits laufende Streichung von 8.100 Stellen hinaus will BMW den Angaben zufolge keinen außerordentlichen Jobabbau betreiben. Man werde aber Mittel wie Altersteilzeit und die natürliche Fluktuation nutzen, erklärte das Unternehmen. Außerdem solle mit den Gewerkschaften über die Kürzung von übertariflichen Zusatzleistungen verhandelt werden.

Zusätzlich verzichtet BMW auch auf den Bau bestimmter neuer Modelle. Es habe Überlegungen gegeben, ein Modell X7 zu bauen, erklärte Reithofer. Es sei diese Woche im Vorstand beerdigt worden.

Bis 2010 will BMW durch die angekündigten Maßnahmen wieder auf Kurs sein und strebt dann eine Rendite von mindestens 6 Prozent an.








 
 



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