Mehr als 130 Athleten haben in einem offenen Brief eine Waffenruhe in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur während der Olympischen Sommerspiele im August gefordert. Die internationale Gemeinschaft müsse alles in ihrer Macht stehende tun, um die sudanesische Regierung zu einem Ende der Gewalt entsprechend der antiken Tradition zu bewegen, heißt es in dem am Dienstag vorgestellten Schreiben. Es ist unter anderen an US-Präsident George W. Bush, den chinesischen Staatschef Hu Jintao und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gerichtet.
Im antiken Griechenland wurden während der Olympischen Spiele alle Kämpfe eingestellt, um den Athleten eine sichere Reise zu den Wettkämpfen und wieder zurück in ihre Heimat zu garantieren. Die UN-Vollversammlung billigte im vergangenen Jahr eine Resolution, in der alle Länder zur Beachtung einer solchen Waffenruhe während der diesjährigen Sommerspiele in Peking aufgefordert wurden. Auch von China kam Unterstützung, allerdings ist der Sudan ein wichtiger Handelspartner der Pekinger Regierung.
Den Kämpfen in Darfur sind mehr als 200.000 Menschen zum Opfer gefallen, 2,5 Millionen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Eine Waffenruhe allein könne die Probleme in der Provinz nicht lösen, sagte der US-Eisschnellläufer Joey Cheek, der das Schreiben unterzeichnet hat. Sie könne humanitären Organisationen aber eine Rückkehr in die Region ermöglichen und zudem eine Chance für neue Friedensgespräche darstellen.
Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei in Tibet, Zhang Qingli, griff am Mittwoch erneut den Dalai Lama scharf an. Die «Dalai-Clique» habe die antichinesischen Unruhen im März in Lhasa angezettelt, um die Olympischen Spiele zu stören, erklärte Zhang. Die tibetische Exilregierung hat erklärt, in dieser Woche sollten in Peking erneut Gespräche mit Vertretern der chinesischen Regierung stattfinden. Die chinesischen Behörden bestätigten das nicht.
