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02. Juli 2008
Mieterbund dringt auf Heizungsmodernisierung


Berlin - Der Deutsche Mieterbund setzt angesichts der Preisexplosion bei Öl und Gas auf die Erneuerung veralteter Heizungen in Mietshäusern. Wenn nichts geschehe, werde die warme Wohnung bald zum Luxusgut für viele Haushalte und die Heizkostenabrechnung unbezahlbar, warnte Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips am Mittwoch. Für viele werde es schon bei der Abrechnung für 2008 «ein ganz böses Erwachen» geben, sagte er voraus.

Vor zwei Jahren zahlten die Mieter durchschnittlich 1,07 Euro pro Quadratmeter für Heizung und Warmwasser, rechnete Rips vor. Für 2008 müsse mit einem Anstieg auf 1,50 Euro und mehr gerechnet werden. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung bedeute das mindestens 1.440 Euro nur für Heizung und Warmwasser. In drei bis vier Jahren seien vielleicht schon 2,50 Euro pro Quadratmeter fällig. Nur mit hoher Energieeffizienz und einem starken Anteil erneuerbarer Energien lasse sich die Preisspirale stoppen, sagte Rips.

Die rund 17 Millionen Heizungen in Deutschland sind im Schnitt 25 Jahre alt, nur ein Zehntel ist auf dem aktuellen Stand der Technik. «Das ist eine enorme Verschwendung», sagte der Präsident des Heizungsindustrieverbands BDH, Klaus Jesse. Durch Modernisierung lasse sich ein großer Einspareffekt erreichen.

Schon der Austausch eines alten Heizkessels gegen einen mit moderner Brennwerttechnik oder auch von Wärmepumpen, Mini-Blockheizkraftwerken beziehungsweise Holzzentralheizungskesseln verringere den Energieverbrauch um über 30 Prozent. Gekoppelt mit einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung oder auch Heizungsunterstützung seien es bis zu 45 Prozent. Jesse verwies dabei auf die staatlichen Zuschüsse im Rahmen von Förderprogrammen.

Vorteil für Mieter erst mittelfristig

Bei einem Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen können nach einer Beispielrechnung des BDH allein durch Auswechseln eines Gas-Standardkessels gegen einen Gas-Brennwertkessel 30 Prozent Energie gespart und die Energiekosten pro Jahr um 6.000 Euro reduziert werden. Bei einer Investition von 25.000 Euro hat sich der Austausch nach 4,2 Jahren amortisiert - «schon bei heutigen Energiepreisen», wie Jesse betonte.

Der Mieter hat davon erst einmal nichts, weil bis zu elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete umgelegt werden dürfen. Dieser Anstieg der Grundmiete werde durch die eingesparten Energiekosten heute noch nicht ausgeglichen, sagte Rips. Damit sich an der Warmmiete insgesamt nichts ändert, bedürfe es massiver öffentlicher Förderung. Für den Mieter sei ein finanzieller Gewinn kurz- und mittelfristig nicht zu erwarten, räumte er ein. «Aber wenn nichts passiert, sind in vier bis fünf Jahren die Energiekosten nicht mehr bezahlbar.»

 








 
 



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