Das Land Bremen hat Unterstützung für die Bundesratsinitiative mehrerer Länder signalisiert, organisierte Sterbehilfe künftig unter Strafe zu stellen. Der Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) sagte am Mittwoch dem Sender N24, würdiges Leben und Sterben seien nicht in erster Linie Sache von Gesetzen und des Strafrechts. «Gleichwohl zwingt uns die medial inszenierte Dienstleistung des Sterbens, die Herr Kusch geboten hat, dazu, dass wir eben auch im Strafrecht Grenzen aufbauen müssen.»
Deswegen sei er «bereit, das Strafrecht auch als Baustein in diese Debatte aufzunehmen, um hier Grenzen aufzubauen», sagte Böhrnsen.
Der frühere Hamburger Justizsenator Roger Kusch hatte nach eigenen Angaben am Wochenende einer 79-jährigen Frau Sterbehilfe geleistet, die Angst davor hatte, ins Pflegeheim zu müssen. Nun wollen mehrere Bundesländer organisierte Sterbehilfe verbieten und unter Strafe stellen lassen. Die Initiative von Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, dem Saarland und Hessen soll am Freitag im Bundesrat beschlossen werden. Der Gesetzentwurf sieht das Verbot «gewerblicher und organisierter Suizidhilfe» und bis zu drei Jahre Haft vor.
