SPD-Chef Kurt Beck verliert weiter an Zuspruch bei den Wählern. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Magazin «Stern» und den Sender RTL wünschen sich nur noch zehn Prozent der Deutschen den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten als Bundeskanzler. Das sind zwei Prozent weniger als in der Vorwoche. Für Beck ist dies der niedrigste Wert seit seinem Antritt als SPD-Chef im April 2006. Becks Rückstand auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich laut Forsa auf 50 Prozentpunkte vergrößert.
Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Illustrierten «Bunte» wünschen sich 23 Prozent der Deutschen Beck als Kanzlerkandidaten seiner Partei. Favorit ist danach Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit 55 Prozent.
SPD-Vorstandsmitglied Hermann Scheer forderte seine Partei unterdessen auf, ihre pauschale Abgrenzungspolitik gegenüber der Linkspartei aufzugeben. «"Nie-und-nimmer"-Absagen an Koalitionen mit der Linken sind kontraproduktiv», sagte er dem «Stern». Sie verhinderten nicht, dass die Linkspartei zulasten der SPD immer stärker werde. Die SPD schwäche sich mit ihrer Antihaltung nur selbst.
Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn beurteilt die Möglichkeit eines schwarz-grünen Bündnisses nach der Wahl 2009 mit großer Skepsis. «Wenn die Union die Atomkarte spielt, ist das keine schwarz-grüne Werbeveranstaltung», sagte er den «Stuttgarter Nachrichten».
