Das Bundeskriminalamt sieht derzeit keine konkrete Gefährdung für die Fußball-Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich. BKA-Präsident Jörg Ziercke sagte der «Welt am Sonntag»: «Wir haben die Anschlagshinweise der Schweizer Kollegen überprüft und mit unseren Erkenntnissen, auch aus der Anti-Terror-Datei, abgeglichen. Danach sehe ich im Moment nicht, dass wir konkrete Gefährdungen für die EM haben», erklärte Ziercke: «Deshalb bleibe ich gelassen.»
Vor großen Sportereignissen gebe es immer wieder Anschlagswarnungen, sagte der BKA-Chef. Das sei vor der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland nicht anders gewesen. «Aus Sicht der Terroristen ist eine Europameisterschaft für ihre verbrecherischen Ziele bestens geeignet: Viele Menschen sind versammelt, große mediale Aufmerksamkeit ist garantiert.»
Ziercke lobte die gute Zusammenarbeit des BKA mit den Behörden in der Schweiz und Österreich. Es sei vereinbart worden, dass mehr als 1.500 deutsche Polizeibeamte in den beiden Ländern eingesetzt werden könnten. «Sobald es erforderlich wäre, könnten insbesondere Bereitschaftspolizisten aus dem Süden Deutschlands die Schweizer und Österreicher Kollegen unterstützen.» Eine vergleichbare Regelung gebe es bislang lediglich zwischen Bayern und Österreich.
