Frankfurt - Starkregen, Hagel, Blitz und Donner - erneut haben schwere Sommergewitter in Teilen Deutschlands für Verwüstungen gesorgt und den Bahnverkehr lahmgelegt. Betroffen waren am Freitagabend vor allem Mittelhessen und der Odenwald. Wegen zerstörter Oberleitungen war der Bahnverkehr in Süd- und Mittelhessen bis Samstagmittag gestört. Am Samstag zogen bereits die nächsten Gewitter durchs Land, und auch in den kommenden Tagen gibt es für Süden und Westen wegen andauernder Schwüle keine Entwarnung.
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) waren vor allem Mittelhessen und der Odenwald im Norden von Baden-Württemberg von den Unwettern am Freitagabend betroffen. Teilweise fielen in eineinhalb Stunden zwischen 50 und 70 Liter Regen pro Quadratmeter, fast soviel wie durchschnittlich in einem ganzen Monat. Im Vogelsbergkreis prasselten zudem Hagelkörner mit einer Größe bis 8,2 Zentimeter herab. In den betroffenen Gebieten liefen etliche Keller voll, Bäume stürzten um und blockierten Straße und Bahngleise.
Zahlreiche Oberleitungsschäden
Beim hessischen Langenselbold blieb wegen umgestürzter Bäume ein ICE liegen, wodurch sich weitere Züge aufstauten. Die Bahn musste Busse einsetzen, um auf freier Strecke gestrandete Passagiere zu befördern, wobei es nach Angaben eines Bahnsprechers «einige Zeit gedauert hat», bis die Busse bereitgestellt werden konnten.
Am Samstagvormittag waren noch die Strecken Hanau - Gelnhausen, Marburg - Kassel, Fulda - Bebra und Aschaffenburg - Würzburg beeinträchtigt. Auf den Abschnitten setzte die Bahn Busse und auch Dieselzüge ein - teilweise waren die Gleise bereits wieder freigeräumt, konnten aber wegen gestörter Oberleitungen nur von Dieselzügen befahren werden. Seit 13.00 Uhr waren nach Angaben der Bahn bis auf den Abschnitt Fulda - Bad Hersfeld wieder alle Strecken zumindest eingleisig befahrbar, was ausreiche, «um am Wochenende den Verkehr fließen zu lassen», wie ein Sprecher sagte. Allerdings sei mit Verspätungen zu rechnen.
Größere Probleme mit den Oberleitungen gab es noch zwischen Marburg und Kassel, wo die Reparaturen noch bis Anfang kommender Woche dauern sollten, was sich auf den Berufsverkehr auswirken werde. Eventuell müssten dann noch Busse eingesetzt werden, sagte der Bahnsprecher.
Hagel tötet Flamingos im Krefelder Zoo
Schlecht aus gingen die Sommergewitter auch für neun Flamingos im Krefelder Zoo: Eine Hagelwalze, die bereits am frühen Freitagmorgen über die Stadt zog, erschlug nach Angaben des Zoos vier Tiere, fünf weitere mussten wegen schwerer Verletzungen eingeschläfert werden. Verluste gab es auch unter Hühnern und Enten, zudem richteten die Hagelkörner schwere Schäden an den Tropenhäusern an.
Am Samstag zogen im Tagesverlauf bereits die nächsten Gewitter durch die Mitte und den Süden Deutschlands. Für den Abend warnte der DWD vor allem in Baden-Württemberg, Thüringen, Niedersachsen und dem Osten Nordrhein-Westfalens vor neuen schweren Unwettern. Auch für die gesamte kommende Woche sagten die Meteorologen für den Süden und Westen schwüles Wetter mit zum Teil kräftigen Schauern und Gewittern vorher, während es in den restlichen Teilen Deutschlands heiter bis wolkig und meist trocken bleiben soll. Dabei soll es warm bis heiß bleiben.