UN-Artenschützer geben grünes Licht für strengere Regeln
Bonn - Die UN-Artenschutzkonferenz ist nach einem zweiwöchigen Verhandlungsmarathon zu Ende gegangen. Delegierte aus 191 Staaten gaben am Freitag grünes Licht dafür, in den kommenden zwei Jahren strengere Regeln zum Schutz der biologischen Vielfalt auszuhandeln. Bis zur nächsten Artenschutzkonferenz 2010 im japanischen Nagoya soll der Verlust an Artenvielfalt signifikant reduziert werden.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sagte als Gastgeber, der Konferenz sei es gelungen, Maßnahmen im Kampf gegen Biopiraterie anzuregen, nachdem fast 15 Jahre nicht über das Thema gesprochen worden sei. Die Delegierten verabschiedeten einen Fahrplan für Verhandlungen über den Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechten Verteilungsausgleich. Bis 2010 sollen die Arbeiten an einem internationalen Regelungswerk abgeschlossen werden.
Außerdem wollen mehr als 30 Länder und Regionen zusätzliche Flächen in einer Größe von mehr als 65 Millionen Hektar als Naturschutzgebiet bereitstellen. Die Bundesregierung hatte dafür die Life-Web-Initiative angestoßen. Sie hat zum Ziel, Länder, die Schutzgebiete ausweisen wollen, mit denjenigen zusammenbringen, die sie finanzieren können.
Gabriel betonte, «ziemlich verrückte Ideen» wie die Ozeandüngung seien vom Tisch. Durch Eisen-Düngung sollte eine Algenblüte ausgelöst werden, die das Klimagas CO2 bindet.
Nach Ansicht des Umweltministers hat die Bonner Konferenz der 1992 beschlossenen Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) neuen Schwung verliehen. «Die Wahrheit ist ja, dass die Konvention fast tot war.»
EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sprach von einem «Meilenstein zum Schutz der Artenvielfalt.» Dimas pries die Bundesregierung für «ihre herausragende Konferenzleitung, die zu diesen ambitionierten Ergebnissen geführt hat».