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02. April 2007 14:40 Uhr
Bau von neuem Hamburger Wahrzeichen begonnen


Hamburg - Der mit 241 Millionen Euro wohl teuerste Neubau einer Konzerthalle in Deutschland entsteht seit Montag in Hamburg. Bürgermeister Ole von Beust legte den Grundstein für die so genannte Elbphilharmonie, die im Jahr 2010 fertig gestellt sein soll. Das gigantische Glasbauwerk soll direkt am Wasser auf einen vorhandenen Kaffeespeicher aufbauen und 110 Meter in die Höhe ragen. Von Beust nannte das Gebäude «ein eindrucksvolles neues Gesicht und neues Wahrzeichen der Stadt».

Das Prestige-Projekt in der neuen Hafencity, das bereits mit dem berühmten Opernhaus in Sydney verglichen und von den Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron geplant wurde, war wegen der immens gestiegenen Baukosten in die Schlagzeilen geraten. Die zunächst auf 186 Millionen Euro geschätzten Kosten waren zuletzt um 55 Millionen Euro gestiegen.

Ein Großteil der Baukosten wird durch Spenden gedeckt. Insgesamt waren 64 Millionen Euro zusammengekommen, von denen 57,5 Millionen in den Bau fließen sollen. Der Rest komme der Betriebskostenstiftung zugute, die den laufenden Betrieb garantieren und von der Stadt mit weiteren 17,5 Millionen Euro bezuschusst werden soll.

Das Bauwerk soll zwei Konzertsäle enthalten, einen mit 2.150 und einen mit 550 Plätzen. Dazu kommen ein Luxushotel mit 250 Zimmern, Bars und Restaurants, ein Parkhaus und über 40 Luxus-Wohnungen mit bestem Blick über den Hafen.

Laut von Beust soll die Elbphilharmonie aber trotz der luxuriösen Ausstattung nicht den reichen Bürgern der Stadt vorbehalten sein: «Elite ja, elitär nicht», sagte der CDU-Politiker. Er verwies auf eine Aussichtsplattform, die allen Bürgern zugänglich sein soll. Errichtet und für die ersten 20 Jahre betrieben wird die Elbphilharmonie vom Baukonzern Hochtief.

Architekt Pierre de Meuron erinnerte zu Baubeginn an die Verbindung von Altem und Neuem in der Elbphilharmonie: Der 1966 erbaute Kaispeicher A bildet den Unterbau, auf den die Glaskonstruktion aufgesetzt werden soll. «Der alte Speicher trägt die neue Philharmonie», sagte er bei der Grundsteinlegung, die noch im alten Speicher stattfand.

Von dem früheren Kaffee-Lagerhaus bleibt im neuen Gebäude jedoch wenig übrig: Es wird innen völlig abgerissen, nur die Außenmauern bleiben stehen. Architekt Meuron lobte bezeichnete das von ihm entworfene Gebäude als «Krönung der Hafencity».

Die Hamburger Steuerzahler kommt der futuristische Glasbau teuer zu stehen. Der ursprünglich auf 77 Millionen Euro gedeckelte Anteil der Stadt wird nach Senatsangaben auf 114,3 Millionen Euro steigen. Das Hotel und die Wohnungen werden dagegen als kommerzieller Bereiche finanziert. Die CDU-Landesregierung unter von Beust war für das Projekt kritisiert worden, weil viele Hamburger Stadtteile vor enormen sozialen Problemen stehen, der Senat aber dennoch die Millionen in das neue Wahrzeichen steckt.








 
 



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