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02. Januar 2008
Kinderporno-Bildschirmschoner lief während Razzia
Wien - Das österreichische Bundeskriminalamt ermittelt gegen 107 Verdächtige wegen Kinderpornografie im Internet. Die Polizei sei den Verdächtigen in Zusammenarbeit mit den Behörden in Deutschland und den USA auf die Spur gekommen, erklärte das Bundeskriminalamt in Wien am Mittwoch. Grundlage seien zwei Aktionen gegen Kinderpornografie im Internet gewesen - «Orangebill» und «Sinon».
Die Operation «Orangebill» nahm ihren Ausgang in den USA. Dabei stellten die US-Behörden die finanziellen Aspekte bei der Verbreitung von Kinderpornografie über das Internet in den Vordergrund, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Es wurden gezielt Personen ins Visier genommen, die Abrechnungsdienste für Kinderpornografie-Websites anboten oder vom finanziellen Erlös profitierten. Weltweit wurden 2.500 Kunden ermittelt. Aufgrund dieser Vorarbeiten konnten in Österreich 27 Verdächtige ermittelt und angezeigt werden.
Zur Operation «Sinon» führten Hinweise aus Deutschland. Bei einem Internetdienst konnten zwei Videodateien sichergestellt werden, die den schweren sexuellen Missbrauch eines zwölfjährigen blonden Mädchens und eines zehnjährigen asiatischen Mädchens zeigten. Unter den 80 in Österreich ermittelten Verdächtigen befand sich ein 44-jähriger Mann aus Wien, dessen PC bei der Hausdurchsuchung online war - als Bildschirmschoner verwendete er den Angaben zufolge ein Foto, das er selbst beim Missbrauch seiner zehnjährigen Stieftochter angefertigt hatte.
An Weihnachten war bekannt geworden, dass die Behörden im bislang größten Kinderpornografie-Fall in Deutschland bundesweit gegen 12.000 Verdächtige ermitteln. Außerdem sind Internetnutzer in weiteren 70 Ländern im Visier der Ermittler.

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