Berlin - Nach wie vor weisen die Beschäftigten in Deutschland nur wenig Krankentage auf: Im gesamten Jahr 2005 fehlten sie lediglich 12,6 Tage, das ist knapp ein halber Tag weniger als noch im Vorjahr. Damit wurden im Jahr 2005 die niedrigsten krankheitsbedingten Fehlzeiten seit 30 Jahren erreicht. Das vermeldet die BKK. Der Krankenstand hat sich über alle Krankheitsarten gesehen seit Beginn der Neunzigerjahre fast halbiert. Bei Herz- und Kreislauf-Diagnosen sind die Krankentage besonders stark zurückgegangen, von 1991 bis 2005 haben sich die Fehltage um zwei Drittel reduziert. Bei Muskel- und Skeletterkrankungen gingen die Arbeitsunfähigkeitstage in diesem Zeitraum um 56 Prozent zurück. Einzige Ausnahme mit deutlich mehr Krankheitstagen bilden die psychischen Störungen, bei denen die Krankheitstage seit 1991 um 33 Prozent zugenommen haben. Psychische Erkrankungen sind inzwischen die vierthäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Seit 1976 wird aber nicht nur ein kontinuierliches Ansteigen von Arbeitsunfähigkeitszeiten wegen psychischer Erkrankungen beobachtet. Dieser zunehmende Trend spiegelt sich auch im stationären Bereich wider: In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der wegen psychischer Krankheiten Behandelten insgesamt um das Zweieinhalbfache gestiegen. Die Häufigkeit stationärer Behandlungen hat über alle Altersgruppen hinweg deutlich zugenommen, für Männer noch stärker als für Frauen. Das Spektrum der psychischen Diagnosen bei Krankenhauseinweisungen variiert zwischen den Geschlechtern: Fast die Hälfte aller Männer wurden wegen psychischer Störungen durch Alkohol stationär behandelt. Bei den Frauen überwogen die affektiven Störungen, zu denen Depressionen gehören, gefolgt von neurotischen und Belastungsstörungen. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen nimmt die Zahl der wegen affektiver Störungen stationär Behandelten mit dem Alter zu.
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