Chemnitz - Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat sich entschieden gegen Pläne der Bundesregierung gewandt, schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose mit öffentlich geförderten Jobs zu versorgen. "Die Handwerksbetriebe leiden zunehmend darunter, wenn kommunale Dienstleistungen nicht mehr an reguläre Unternehmen vergeben werden", sagte ZDH-Präsident Otto Kentzler der Chemnitzer "Freien Presse" (Dienstagausgabe). Mit der inzwischen auf 313.000 gestiegenen Zahl der Ein-Euro-Jobber würden bereits jetzt immer mehr Tätigkeiten über das staatlich geförderte Lohndumping aus dem ersten Arbeitsmarkt gedrängt. Kommunale Auftraggeber ließen viele Arbeiten nicht mehr zu normalen Preisen, sondern auf der Basis von Ein-Euro-Jobs ausführen. "Mit dem neuen Job-Programm für 100.000 Langzeitarbeitslose werden weitere Betriebe aus dem Markt gedrängt", warnte der Handwerkspräsident. Es habe bereits in der Vergangenheit viele unwirksame Förderprogramme gegeben. Die neue Job-Initiative weise erneut in die falsche Richtung. Kentzler nannte es einen "Irrweg", mit öffentlicher Beschäftigung ins Ausland verlagerte Arbeitsplätze wieder zurückholen zu wollen. Grund für die Produktionsverlagerung seien in der Regel zu hohe Einstiegslöhne. Vorrang müsse die "Entfesselung" des ersten Arbeitsmarktes haben. Dazu gehört laut Kentzler neben dem erweiterten Kündigungsschutz ab 20 Beschäftigte auch eine größere Nutzung von betrieblichen Bündnissen. Zugleich bot das Handwerk an, bei der Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen behilflich zu sein.
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