Mit Gedenkfeiern hat Polen am Montag an den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 69 Jahren erinnert. Auf der Halbinsel Westerplatte vor Danzig (Gdansk), wo mit einem deutschen Angriff auf ein polnisches Munitionslager der Krieg begann, heulten die Sirenen. Ministerpräsident Donald Tusk sagte bei der zentralen Feier um exakt 4.45 Uhr, der Zweite Weltkrieg präge bis heute die nationale Identität Polens. «Es gäbe keine polnische Identität, wenn wir diese Erinnerung verleugnen würden.»
Tusk kündigte an, zu den Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag im kommenden Jahr würden Staats- und Regierungschefs aus Europa zur Westerplatte kommen, «um die Welt und ihre Nationen an die Ereignisse des Jahres 1939 zu erinnern». In den sechs Weltkriegsjahren kamen sechs Millionen der 35 Millionen Menschen zählenden Vorkriegsbevölkerung Polens ums Leben. Am 1. September gedenken Familien in ganz Polen ihrer im Krieg und in Konzentrationslagern getöteten Angehörigen.
Die in Deutschland für die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern eingerichtete Stiftung «Erinnerung, Verantwortung, Zukunft» (EVZ) kündigte die Bereitstellung von 900.000 Euro für 13 internationale Forschungsprojekte über die Zwangsarbeit während der NS-Herrschaft an.
