Houston - Während immer mehr Verbraucher und Unternehmen unter den hohen Öl- und Spritpreisen ächzen, sprudeln bei den internationalen Ölkonzernen die Profite wie nie zuvor. Der US-Ölgigant Exxon Mobil meldete im zweiten Quartal einen Gewinnzuwachs von 14 Prozent auf 11,68 Milliarden Dollar (7,48 Milliarden Euro). Nie zuvor in der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte hat ein Unternehmen einen höheren Quartalsgewinn vermeldet.
Der Umsatz stieg sogar um 40 Prozent auf 138,1 Milliarden Dollar, wie Exxon am Donnerstag bekanntgab. Doch blieben die Zahlen des größten börsennotierten Ölkonzerns der Welt trotz der aufgestellten Rekorde leicht hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Die Exxon-Aktie gab im vorbörslichen Handel über zwei Prozent auf 82,50 Dollar nach.
Auch der niederländische Konkurrent Shell ließ sich nicht lumpen und vermeldete ebenfalls einen Rekordgewinn für das zweite Quartal. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar (7,43 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag in Amsterdam mitteilte. Vor einem Jahr hatte der Gewinn bei 8,67 Milliarden Dollar gelegen.
Der Verkaufspreis für ein Barrel Öl lag dem Konzern zufolge bei etwa 112 Dollar im Vergleich zu 64 Dollar im Vorjahr. Shell-Chef Jeroen van der Veer bezeichnete das Ergebnis als «konkurrenzfähig». Eine gute Betriebsleistung in Kombination mit den hohen Energiepreisen hätten die schwächeren Ergebnisse der Raffinerien vor allem in den USA ausgeglichen.
Der Umsatz stieg im zweiten Quartal von knapp 85 auf 131 Milliarden Dollar. Das gute Ergebnis war allgemein erwartet worden und konnte die Anleger nicht sonderlich beeindrucken. Dennoch reagierte die Börse Amsterdam freundlich mit einem Kursaufschlag auf die Shell-Aktie von 1,2 Prozent.
Wie riesig die Einnahmen der beiden Ölmultis sind, belegt folgender Vergleich. Die beiden Konzerne machten einen Umsatz von insgesamt rund 269 Milliarden Dollar (173 Milliarden Euro). Der lag damit in nur einem Quartal höher als die gesamte Wirtschaftsleistung eines Staates wie Portugal in einem gesamten Jahr (163 Milliarden Euro im Jahr 2007).
Auch bei Ausrüstern sprudeln Gewinn
Der weltweite Durst nach Öl lässt auch bei den Ausrüstern die Gewinne sprudeln. Der weltgrößte Hersteller von Ölplattformen, die Keppel Corp. in Singapur, meldete für das zweite Quartal einen kräftigen Anstieg des Konzerngewinns auf 299 Millionen Singapur Dollar (140 Millionen Euro) nach 258 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte um 8 Prozent auf 2,64 Milliarden Singapur Dollar zu. Keppel kündigte eine Anhebung der Dividende um 56 Prozent auf 14 Singapur Cent je Aktie an.