Die Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel sind seit Jahresbeginn um 5,4 Prozent gestiegen und damit stärker als andere Kosten. Darüber hinaus gaben die Kassen knapp 50 Prozent mehr für Impfstoffe aus. Diese Zahlen veröffentlichte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am Donnerstag in Berlin.
Demnach stiegen die Arzneimittel-Kosten zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung ohne Impfstoffe im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,1 Prozent. Die Ausgaben für die Impfsera schossen um 20,3 Prozent in die Höhe. Hintergrund ist die Aufnahme von Impfungen als Pflichtleistung in den Katalog der Krankenkassen vor einem Jahr. Die Steigerung der Impfraten war das ausdrückliche politische Ziel dabei.
Die Apothekerverbände nannten die Entwicklung moderat. Auch seien die tatsächlichen Ausgaben der Krankenkassen niedriger, weil Einsparungen durch Rabattverträge in den Zahlen nicht auftauchten. Die Krankenkassen sprachen hingegen von deutlichen Kostensteigerungen und gaben sogenannten Schein-Innovationen dafür die Schuld.
«Schein-Innovationen sind tatsächlich teurer, aber nur scheinbar besser», erklärte der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz, der AP. «Dass solche Medikamente zu oft verschrieben werden, ist einer der Hauptgründe, warum die Arzneimittelausgaben so deutlich steigen.»
