Im Bremer Rathaus sind Dieter Bohlen und das Casting für die nächste Staffel von «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) nicht erwünscht. Das hat die Rathausverwaltung auf Anfrage von Organisatoren des regionalen Vorentscheids entschieden, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte. Damit bestätigte er einen Bericht der Zeitung «Weser Kurier». Die Sendung passe nicht zum Rathaus, erklärte Bürgermeister Jens Böhrnsen.
«Die Kandidatinnen und Kandidaten werden bei der Sendung vor einem Millionenpublikum mit Häme, Spott und Beleidigungen überzogen und lächerlich gemacht», erklärte der SPD-Politiker. «Sie werden gezielt erniedrigt.» Die Kommission für Jugendschutz der Landesmedienanstalten sei zum Schluss gekommen, dass beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhaltung in der Sendung als Normalität hingestellt würden. Die Bremer Bemühungen um eine von gegenseitigem Respekt und Toleranz geprägt Jugendkultur würden durch ein solches Sendeformat geradezu konterkariert, meinte Böhrnsen.
Das Casting für die RTL-Show sollte laut «Weser-Kurier» in der Oberen Rathaushalle stattfinden. Es passe nicht zum schönsten Saal im ehrwürdigen Rathaus, das UNESCO-Weltkulturerbe ist, sagte der Bürgermeister.
