Jeder sechste Europäer ist nach eigener Einschätzung bereits Opfer von Diskriminierung geworden. Laut einer am Dienstag von der EU-Kommission in Brüssel veröffentlichten Umfrage erklärten 15 Prozent der EU-Bürger, sie hätten sich in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal diskriminiert gefühlt. Zudem berichteten 29 Prozent der knapp 27.000 Befragten, sie hätten Fälle von Diskriminierung beobachtet.
Am höchsten ist der Anteil der Bürger, die sich persönlich diskriminiert fühlen, in Österreich: 25 Prozent der befragten Österreicher gaben an, selbst Opfer von Diskriminierung geworden zu sein, in den meisten Fällen wegen ihres Alters. In Deutschland erklärten dagegen nur 13 Prozent der Befragten, sie hätten Diskriminierung am eigenen Leibe erlebt.
Allerdings erklärten 33 Prozent der befragten Bundesbürger, sie seien bereits Zeuge von Diskriminierungen geworden, in den meisten Fällen gegen Ausländer (16 Prozent aller Nennungen). Die Zahl beobachteter Diskriminierungen liegt damit über dem EU-Durchschnitt von 29 Prozent, aber weit hinter dem Spitzenreiter Schweden mit 46 Prozent.
Die EU-Kommission will am Mittwoch eine Ausweitung ihrer Anti-Diskriminierungsgesetze vorschlagen.
