Der Präsident des Internationalen Automobilverbands (FIA), Max Mosley, gerät wegen eines Sexvideos mit Prostituierten immer stärker unter Druck: Zum ersten Mal forderte ihn am Samstag Bernie Ecclestone, der mächtigste Mann der Formel 1, zum Rücktritt auf. Eine britische Boulevardzeitung hatte das Video veröffentlich, das Mosley bei sexuellen Handlungen mit fünf Prostituierten zeigen soll. Dabei soll es auch zu einem Nazi-Rollenspiel gekommen sein, was der Sohn des früheren britischen Faschistenführers Oswald Mosley allerdings bestreitet.
Niemand in der Formel 1 wolle sehen, dass Mosley zum Rücktritt gezwungen werde, sagte Ecclestone der Zeitung «Daily Telegraph». «Ich bin mit Max seit 40 Jahren befreundet. Ich will nicht mit ansehen, wie er so gehen muss - nach allem, was er für den Sport getan hat.» Mosley glaube, er müsse für die FIA noch wichtige Arbeit leisten. «Aber ich meine, man kann das erreichen und zum Ende des Jahres bei der FIA-Sitzung im November zurücktreten.»
Seit Bekanntwerden der Vorwürfe werde er von Investoren, Sponsoren und Herstellern unter Druck gesetzt, sagte Ecclestone weiter. Sie hätten darauf verwiesen, dass ein Vorstandsvorsitzender eines großen Unternehmens entweder sofort oder innerhalb von 24 Stunden gegangen wäre. «Sie können nicht verstehen, warum Max nicht das gleiche getan hat.»
